


Weihnachten – das heißt für die meisten Menschen Plätzchen backen, Großeinkauf am letzten Tag, ein leckeres Festessen genießen und gemeinsam mit vollem Bauch rührselig die vielen Geschenke unterm Tannenbaum bestaunen. Was aber, wenn nicht genug Geld für all das übrig ist?
Vielleicht gibt es dann mal keinen Christstollen oder Schokoweihnachtsmann und auf den traditionellen Gänsebraten muss auch verzichtet werden. „Nicht mit uns!“, sagten sich die Kinder aus der 6. Klasse der Münsterschule und beschlossen, gemeinsam Lebensmittel für die Hofer Tafel zu sammeln.
„Wir bastelten Plakate und hängten sie in den Gängen auf, es gab einen Elternbrief und wir gingen sogar von Klasse zu Klasse und erzählten allen von unserer Idee“
, erklärt der zwölfjährige Azad. Und so trudelten über Wochen hinweg immer mehr Nudelpäckchen, Chipstüten, Konservendosen, Naschereien und Getränkeflaschen in ihrem Klassenzimmer ein. In großen Umzugskartons verpackt wurde die kostbare Fracht schließlich kurz vor Ferienbeginn im Egerländerweg abgeholt. Stolz überreichten die Kinder die Spende dem freiwilligen
Mitarbeiter der Tafel Volker Radenz und bekamen sogar im Gegenzug eine kleine Aufmerksamkeit zurück: Buntstifte für jeden! Und so wie sich die Schüler*innen darüber freuten, sind bestimmt auch viele bedürftige Menschen froh über die Lebensmittel, an denen übrigens zunehmend Bedarf besteht. „Vor einem Jahr haben wir an einem Samstag noch 1000 Essenstüten vergeben. Heute sind es bereits 1550!“, berichtet der 2. Vorsitzende der Hofer Tafel. Dafür verantwortlich seien sicher auch die Kriege in Ländern wie Syrien und der Ukraine, die viele Geflüchtete zur Tafel treiben. „Wir haben allerdings auch einfach ältere Leute, die sich das Leben heutzutage nicht mehr so leisten können, wie früher. Unsere älteste Kundin ist beispielsweise 90 Jahre alt“, erzählt Radenz, der sich jedes Mal wieder über das Leuchten in den Augen der Bedürftigen freue. „Man sieht im Lauf der Jahre so viel Elend und Dankbarkeit. Da kommt die Hilfsbereitschaft von ganz alleine!“ Und so langsam verstehen die Kinder auch, warum es Ehrenamtliche wie Volker Radenz gibt, die ihre Freizeit opfern, um mit Transportern übriges Obst und Gemüse bei Supermärkten abzuholen, dieses dann sortieren, in Tüten packen und schließlich jedes Wochenende ausgeben. „Ich könnte mir vorstellen, als Erwachsene auch mal mit bei der Tafel zu helfen“, meint die Sechstklässlerin Melodie, die genauso wie viele andere Münsterschüler mit ihrer Lebensmittelspende auch jetzt schon einen großen Beitrag geleistet hat.

